Aus Anlass der 650-Jahrfeier der Ortsgemeinde Daubach im Jahre 1993 wurde eine Dorf-chronik erstellt, die auch viele interessante Einzelheiten zum Blasorchester Daubach enthält. Wir haben uns daher die umfangreiche Arbeit der Chronisten zu Nutze gemacht und geben die Zeit von der Gründung im Jahre 1958 bis 1993 in wesentlichen Auszügen wieder.
Das Motto „Helfen und Freude bereiten“ prägte die Geschichte Dieses Wechselspiel hatte nach Ansicht der Chronisten über manche Tiefen in der nun 35-jährigen Vereinsgeschichte (1958-1993) hinweggeholfen. Begonnen hatte alles am 10. Juni 1958 in der Gastwirtschaft Hofmann (heutige Eulenstube) mit der Gründung des Ortsvereines des Deutschen Roten Kreuzes –DRK-Ortsverein-, der die Gemeinden Bladernheim, Ettersdorf, Untershausen, Stahlhofen, Daubach, Horbach, Gackenbach und Hübingen umfasste und am Ende des Gründungsjahres bereits 61 Mitglieder zählte.
Nach Meinung von Dr. Josef Staudt, der zum 1. Vorsitzenden des DRK-Ortsvereines Daubach gewählt worden war, waren die aktiven Rot-Kreuzler nicht allein durch DRK- Übungen und -Vorträge zu motivieren und zusammenzuhalten. Daher fasste er den Entschluss, im Ortsverein ein Blasorchester zu gründen. Von den Mitgliedern meldeten sich spontan 30 zum Musizieren im Orchester. Eine Auswahl unter musikalischen Gesichtspunkten war natürlich nicht möglich, so dass zunächst eine Reihe sehr großer Schwierigkeiten auftrat, die es zu überwinden galt. Dr. Staudt war bereits als Gymnasiast Mitglied eines großen Blasorchesters gewesen. Mit seiner Erfahrung, seiner Energie und seinem Optimismus ging er an die großen Aufgaben, die er sich gestellt hatte, heran. Er wagte Investitionen und kaufte aus eigener Tasche eine Reihe von gebrauchten Musikinstrumenten für den ersten Bedarf. Im November 1958 traf man sich zu einer ersten Probe in der Schule zu Stahlhofen. Mit Hilfe von Lehrer Nägler, Horressen, wurden den Bläsern die ersten theoretisch-prak-tischen Kenntnisse im Instrumentalspiel vermittelt. Schon bald spielte man die ersten Weihnachtslieder und „Alle Vögel sind schon da“. Dr. Staudt schwang selbst den Taktstock. Die Noten hatte er persönlich bei einem Verlag in Karlsruhe gekauft. Immerhin traute man sich schon zu kleinen Weihnachtskonzerten auf die Straßen von Daubach und der umliegenden Orte. Dann folgte im Februar 1959 der große Auftritt Anlässlich des Fastnachtszuges in Montabaur. Mit dem bescheidenen Repertoire „Alle Vögel sind schon da“ wurde stadtauf und stadtab gespielt. Auf diese Weise erspielte man sich die erste stolze Gage von 50,00 DM. Neben vielen Ständchen und sonstigen Auftritten hatte man dann ein größeres Engagement in Braunfels. Dort sollte man – so stand es auf den Plakaten – ein Konzert bestreiten. Die inzwischen ganz in Weiß uniformierten Musiker waren darüber so erschrocken, dass sie am liebsten sofort wieder mit dem Bus nach Hause gefahren wären. Aber man schaffte auch diese Hürde mit dem Choral „Nun danket Gott“ im Konzertprogramm.
In den 60er Jahren stieß auch das DRK-Blasorchester auf Schwierigkeiten. Man hatte mehrmals das Probenlokal wechseln müssen und landete schließlich im Saal der Daubacher Gaststätte. Schwierigkeiten entstanden aber auch in der Musikgruppe selbst. Es gab des öfteren Probleme, eine spielfähige Besetzung zusammenzustellen. Allzu oft verließen halb- fertige Musiker die Gruppe und die übrigen Nachwuchskräfte wurden nach und nach zum Wehrdienst eingezogen. So entstand manche Lücke, die den Optimismus und das Standvermögen der Musiker auf harte Proben stellte.
Als Reinhard Höbelt im Jahre 1965 die musikalische Leitung des Orchesters übernahm, gehörten nur noch wenige der Instrumentalisten aus der Gründerzeit dazu. Die Mitglieder-zahl schrumpfte gar einmal so zusammen, dass man zeitweise nur noch mit sechs Musikern üben konnte. Doch es kam glücklicherweise immer wieder vor, dass sich neue Jungmusiker in den bestehenden Klangkörper einreihten.
Reinhard Höbelt legte 1967 den Dirigentenstab nieder und Dr. Josef Staudt übernahm wieder für kurze Zeit die Regie, ehe Walter Normann musikalischer Leiter des Orchesters wurde.
Im Jahre 1969 wurde der Entschluss gefasst, dass in Bezug auf eine systematische Heranbildung des Orchesternachwuchses etwas unternommen werden müsse. Der damalige und langjährige Gruppenführer Alois Neuroth entwickelte zusammen mit dem damals 17-jährigen Walter Frink einen Plan, um das Orchester quantitativ und qualitativ zu verbessern. Am 13. Dezember 1969 startete Walter Frink einen Übungskurs für musikalische und instrumentale Grundbegriffe, an dem sich spontan zwölf Jugendliche zwischen 11 und 16 Jahren beteiligten. In den Übungsstunden, die zweimal wöchentlich im Daubacher Rathaus stattfanden, wurden zunächst theoretische, später instrumental-praktische Kenntnisse vermittelt.
1970 übernahm Walter Frink die musikalische Leitung des Orchesters, das damals aus 24 Musikern bestand. In der Nachwuchsgruppe befand sich auch das erste weibliche Mitglied: Hannelore Wolf; sie bewies als engagierte Trompeterin, dass es nichts Ungewöhnliches ist, als Mädchen einem Blasorchester anzugehören.
Beim 50-jährigen Bestehen des Männergesangvereins „Frohsinn“ Daubach am 23. Mai 1970 stellte sich das neuetablierte Orchester erstmals der Öffentlichkeit vor. Bis dahin hatte der der DRK-Ortsverein relativ hohe Geldsummen in den Aufbau seines Blasorchesters investiert. Insbesondere der Tatkraft des neuen Dirigenten Walter Frink war es zu verdanken, dass diese Investitionen lohnten. Von 1970 an erlebte das Blasorchester einen stetigen Aufschwung. In diesem Jahr absolvierte es erstmals sein in der Folge traditionelles, jährliches Herbstkonzert. 1972 schlossen sich begeistert verschiedene Ehemalige und Auswärtige dem Orchester an. Ab Januar 1973 leitete Walter Frink zum zweiten Mal einen Nachwuchskurs, um das Orchester zu erweitern. Die Einsätze hatten sich in diesen Jahren vervielfacht. Auftritte bei DRK-Aktionen, Fastnachtszügen und Goldenen Hochzeiten im OV-Bereich wurden zur Routine.
Das Jahr 1974 begann mit einer Überraschung: Auf Einladung der Familie Sondermann spielte man in Hübingen ein Ständchen. Unter den Gästen war auch Paul Kuhn, der es sich nicht nehmen ließ, das DRK-Blasorchester zur Freude der Musiker und Gäste zu dirigieren. Mit einem Frühschoppenkonzert im Jahre 1975 wurden die ersten freundschaftlichen Kontakte zur Stadt Nassau und ihrer Partnerstadt Pont-Chateau geknüpft.
1976 wurde zum Jahr der Rundfunkauftritte: Nach einer Vorstellung im Rahmen der SWF-Sendung „Treffpunkt Ü-Wagen 1: Montabaur“ verpflichtete die Stadt Nassau das Blasorchester, sie bei den Live-Sendungen des SWF-Städteturniers zu vertreten.
Im Jahre 1977 erhielt das Blasorchester einen neuen Geschäftsführer, der zugleich als Vertreter des Blasorchesters im Vorstand des DRK-Ortsvereines fungierte: Hans-Dieter Wolf. Seinem Vorgänger Ali Neuroth sei an dieser Stelle noch einmal herzlich gedankt.
Nach den Karnevalsumzügen begann das Blasorchester mit der Vorbereitung einer zehntägigen Konzertreise nach Pont-Chateau, der Partnerstadt von Nassau. Diese Fahrt, die auch Konzerte bei Paris, Pornic und La Baule ermöglichte, wurde zu einem strapaziösen, aber unvergesslichen Erlebnis.
1978 organisierte das Blasorchester Daubach aus Anlass des 20-jährigen Bestehens das Kreismusikfest. Drei Tage stand Daubach im Zeichen von DRK und Blasmusik. Im gleichen Sommer erhielt Daubach den Gegenbesuch des Musikzuges aus Pont-Chateau.
Am 2. September 1978 wurde das Blasorchester zu seinem ersten Fernsehauftritt im Rahmen der Sendung „Glaskasten“ vom Südwestfunk eingeladen.
Bereits 1979 unternahm das Blasorchester eine zweite Frankreichfahrt, weniger strapaziös als die erste und mehr der Verständigung zwischen den Familien dienend.
1979/80 entstand abermals ein Jugendorchester, das bald integriert werden konnte. Man gab ein Konzert in Daubach/Hunsrück und hielt sich später dort in einem Zeltlager auf.
Bei der Einweihung des neuen Hauses des DRK-Kreisverbandes, verbunden mit einem Tag der offenen Tür, gestaltete das Orchester den musikalischen Rahmen. Ein Höhepunkt war die Teilnahme an einem Wettstreit bei DRK-Spielmannszug Rückers/Flieden bei Fulda. Dort errangen die Musikerinnen und Musiker alle in ihrer Klasse möglichen Preise.
Ein für Daubach außergewöhnliches Fest war die dreitägige Veranstaltung anlässlich des 25-jährigen Bestehens des DRK-Ortsvereins Daubach vom 08. bis 10. Juli 1983. Den Kommersabend gestalteten die Gesang- und Musikvereine aus der Gegend. Der Samstag wurde als „bunter Abend“ ausgewiesen, an dem mehrere Blasorchester ihr Können darboten.
Am 21. Dezember 1986 verstarb der Gründer und 1. Vorsitzende des Ortsvereins Daubach, Herr Dr. med. Josef Staudt. Ihm ist der Ortsverein wie keinem anderen für die geleistete Arbeit dankbar. In der Mitgliederversammlung am 27. März 1987 wurde sein Sohn Michael Staudt, der sich zuvor schon als Bereitschaftsarzt zur Verfügung gestellt hatte, zum Nachfolger gewählt. Man zählte damals 85 Mitglieder, von denen 26 dem Aktiven Dienst bzw. der Frauengruppe angehörten, der Rest war Mitglied des Blasorchesters. Darüber hinaus gab es 384 fördernde Mitglieder.
Die 80er Jahre waren auch für das Blasorchester eine überaus erfolgreiche Zeit. Im Jahre 1983 wurde ein weiteres Jugendorchester in das Gesamtorchester integriert. Es gab durch-schnittlich etwa 40 Auftritte im Jahr. Mit den Musikvereinen Holler, Heiligenroth und Meudt wurden jährliche Gemeinschaftskonzerte vereinbart, die im Wechsel an jedem Sitz des jeweiligen Orchesters durchgeführt wurden.
Das Daubacher Blasorchester begleitete für das DRK an allen bisherigen Rheinland-Pfalz-Tagen den Festzug, so auch 1991 in Montabaur.
Vom 08. bis 10. Juli 1988 veranstaltete das DRK-Blasorchester ein Musik- und Heimatfest anlässlich seines 30-Jährigen Bestehens. Durch das Präsidium des DRK-Landesverbandes Rheinland-Pfalz erhielt das Blasorchester den Titel „Musikkorps des DRK-Landesverbandes Rheinland-Pfalz“ verliehen. Es wurde zudem ein sehr guter Festzug durch Daubach veranstaltet, an dem sich auch die anderen Ortsvereine mit großem Engagement beteiligten. Besonders hervorzuheben ist die Beteiligung des Spielmann- und Fanfarenzuges Rücker e.V. zu dem das Blasorchester Daubach zwischenzeitlich durch viele Besuche und Gegenbesuche eine vorbildliche Beziehung aufgebaut hatte.
Beim Herbstkonzert 1990 erhielt Dirigent Walter Frink für seine 20-jährige Dirigententätigkeit von Regierungspräsident Dr. Theo Zwanziger als dem amtierenden Bezirksvorsitzenden des DRK den DRK-Verdienstorden für seine ehrenamtliche und uneigennützige Tätigkeit. Der Vorsitzende des Kreismusikverbandes Westerwald, Otto Becher, zeichnete Walter Frink mit der goldenen Dirigentennadel des Landesmusikverbandes aus. Geschäftsführer des Blasorchesters waren in dieser Zeit Hans-Dieter Wolf, Kornelia Bicking und Markus Wolf, der 1992 aus beruflichen Gründen sein Amt an Rainer Frink abgab.
Am 16. November 1990 erhielt der Verein durch die Eintragung in das Vereinsregister beim Amtsgericht Montabaur eine gewisse rechtliche Selbständigkeit. Er trägt nun den Namen
Die Chronik enthält zum Schluss auf das DRK bezogen folgende – verkürzte – Zusammenfassung:
Die Vergangenheit hat gezeigt, dass das vom Gründer Dr. Josef Staudt gewählte Motto „Helfen und Freude bereiten“ Die Freude, die die Musik sowohl den Musikern als auch den Zuhörern bereitet, verbunden mit den Erfolgen des Blasorchesters, trägt wesentlich zur Tatkraft im Aktiven Dienst bei. Um- gekehrt motiviert die Arbeit des DRK die Musiker, sind sie sich doch auch ihrer Verantwortung für das Deutsche Rote Kreuz bewusst, das es gilt, ideell und wirtschaftlich zu stärken. Dieses Wechselspiel hat so über manche Tiefen in der nun 35-jährigen Vereinsgeschichte hinweggeholfen.
Bei Herausgabe der Chronik im Jahre 1993 hatte sicher niemand daran gedacht, dass die so beschworene Zusammenarbeit im DRK bereits 3 Jahre später – wenn auch einvernehmlich – enden sollte.
Trennung vom Deutschen Roten Kreuz Rheinland-Pfalz und Gründung des Blasorchesters Daubach e.V.
Aus verschiedenen Gründen gab es keine Basis mehr für eine gedeihliche Zusammenarbeit zwischen dem DRK-Landesverband und dem DRK-Blasorchester Daubach. Von seinem „Mutterverein“, dem DRK-Ortsverein Daubach, trennt sich jedoch das Blasorchester mit dem integrierten Jugendorchester in beiderseitigem Einvernehmen. Die Mitgliederversammlung des DRK-Ortsvereins beschloss die Auflösung des DRK-Blasorchesters zum 31. Dezember 1996. Frei nach Freddie Mercury „Show must go on“ trafen sich Musikerinnen und Musiker sowie Freunde und Förderer des Orchesters im Herbst 1996 zur Gründungsversammlung.
Die Satzung des Blasorchesters Daubach e.V. – vormals DRK-Blasorchester Daubach, Untergruppe im DRK-OV Daubach gegründet 1958 – wurde am 31. Oktober 1996 errichtet und am 06. Januar 1997 ins Vereinsregister beim Amtsgericht in Montabaur unter der Registernummer 6 VR 2257 eingetragen. Das Blasorchester Daubach e.V. hat seinen Sitz in Daubach und verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke. Der Verein ist Mitglied des Deutschen Volksmusikerbundes und dient der Erhaltung, Pflege und Förderung der Musik. Erster 1. Vorsitzender des eingetragenen Vereins wurde der bisherige Geschäftsführer des DRK-Blasorchesters, Rainer Frink.
Das Herbstkonzert des (noch) „DRK“-Blasorchesters Daubach stand am Samstag, 30. November 1996 unter besonderen Vorzeichen. 55 Musikerinnen und Musiker demonstrierten zum letzten Mal als DRK-Orchester ihr Können und der langjährige Dirigent Walter Frink legte seinen Dirigentenstab in die Hände von Christian Gansemer. Seinen damals endgültig letzten Tanz mit dem Dirigentenstab vollführte Walter Frink, wie es Hans-Peter Metternich in der RZ formulierte, mit dem „Säbeltanz“ von Aram Khatchaturian. Ein furioser Abschied, der nicht ohne Wehmut vonstatten ging.
Anlässlich des 40-jährigen Vereinsjubiläums veranstaltete das Blasorchester am 27. und 28. Juni 1998 ein Fest unter dem Motto „40 Jahre Blasmusik in Daubach“.
Im Januar 1998 trat Dirk Hübinger die Nachfolge des bisherigen Dirigenten Christian Gansemer an. Anlässlich des Kirchenkonzertes am 01. Dezember 2002 übergab er den Dirigentenstab an Bernd Kirsch. Auch in der Besetzung des 1. Vorsitzenden hatte sich zwischenzeitlich ein Wechsel vollzogen. Zum Nachfolger von Rainer Frink wurde in der Generalversammlung am 25. März 2000 Markus Müller aus Winden gewählt und in der folgenden Mitgliederversammlung bestätigt.
Im Herbst 2005 wurde ein Nachwuchsorchester gegründet, das sich einmal wöchentlich donnerstags um 19:00 Uhr zur gemeinsamen Probe trifft.
In der Jahreshauptversammlung am 21. April 2007 wurde Thomas Mies zum neuen 1. Vorsitzender gewählt. Auch im Amt des Dirigenten gab es Ende April eine Änderung. Seit dem Ausscheiden des bisherigen Dirigenten Bernd Kirsch wird das Blasorchester übergangsweise von Walter Frink dirigiert. Im Herbst 2008 wurde nun auch ein neuer Dirigent für da Blasorchester gefunden. Walter Frink übergab die musikalische Führung zum Adventskonzert in der Kirche in Stahlhofen an Christian Wiechers ab.
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